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Die Möglichkeiten, in einer Prüfung einen Täuschungsversuch zu wagen, haben sich im Laufe der Jahre vervielfacht. Zunächst kamen die Smartphones, dann die Smartwatches und jetzt gibt es Stifte. Das klingt zwar zunächst nicht besonders beeindruckend, doch was wäre, wenn ich Ihnen erzähle, dass diese Stifte mit einer KI ausgestattet sind, die fast jede Frage beantworten kann? KI-Stifte sind seit Anfang 2025 auf dem Markt und finden immer häufiger den Weg in die Taschen von Prüflingen. Diese Stifte werden offiziell als Übersetzer beworben. Bei der ersten Verwendung zeigt sich jedoch, dass mehr als nur eine Übersetzungsfunktion einprogrammiert wurde. Immer mehr Anbieter sind auf den Zug aufgesprungen und verkaufen eigene KI-Stifte. Um einige zu nennen, gibt es die Anbieter Scannix, Generic und die NBMM Handels UG. Um mir einen besseren Eindruck von der Lage zu verschaffen, habe ich mich mit einem solchen Stift befasst – genauer gesagt mit dem Stift der NBMM Handels UG.

Wie funktioniert der Stift?

Im Grunde genommen funktioniert der Stift wie ein handlicher Scanner. Man öffnet die ChatGPT-App auf dem Stift, scannt den Text ein und erhält anschließend eine passende Antwort. Das klingt simpel, aber das Einscannen ist nicht so einfach, wie es sich anhört, denn dabei spielen einige Faktoren eine Rolle:

  • Positionierung

Wenn der Stift im falschen Winkel angesetzt wird, wird der Text nicht korrekt erfasst.

  • Geschwindigkeit

Wenn der Stift zu schnell oder zu langsam über den Text geführt wird, wird dieser ebenfalls nicht korrekt erfasst.

  • Textgröße

Ist der Text zu groß oder zu klein, wird er auch hier nicht korrekt erfasst.

  • Internetverbindung

Der Stift benötigt eine dauerhafte Internetverbindung, um zu funktionieren. Zudem verfügt der von mir getestete KI-Stift nicht über eine Funktion der mobilen Daten.

Weitere Auffälligkeiten des Stiftes sind außerdem seine klobige Form, ein Licht beim Scannen von Texten sowie ein kleines Bedienfeld.

Zu erwähnen ist außerdem, dass ChatGPT auf unserem Stift auf dem Stand von 2024 ist und auf der GPT-4 basiert. Die aktuellste Version von ChatGPT nutzt hingegen GPT-5.5.

Welche Gefahren gehen vom Stift aus?

Der KI-Stift passt aufgrund seiner stiftähnlichen Form in jedes Mäppchen hinein und ist nicht direkt als etwas Besonderes zu erkennen. Die einfache Funktionsweise des Geräts ermöglicht das Scannen und Lösen einer Aufgabe in einer Prüfung, ohne dass dabei viele Probleme auftreten. Zudem muss man für einen solchen KI-Stift nicht tief in die Tasche greifen. Der Preis liegt zwischen 30 und 70 Euro.

Haben die KI-Stifte eine Zukunft?

Meiner subjektiven Einschätzung nach werden sich diese KI-Stifte in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Es wird vermutlich einfacher sein, Texte einzuscannen, und die Stifte werden eventuell unauffälliger gestaltet sein.

Zu bedenken ist jedoch, dass KI-Stifte nicht nur für Täuschungsversuche, sondern auch als unterstützende Werkzeuge genutzt werden können, beispielsweise beim Lernen, beim Verständnis von Fachtexten oder als Übersetzer. Um einem möglichen Täuschungsversuch vorzubeugen, könnten zudem klare Regeln definiert werden. Um einige Beispiele zu nennen:

  • KI-Stifte könnten in Prüfungen ausdrücklich untersagt werden
  • Prüfungsräume könnten als „KI-freie Zone“ definiert werden
  • Es könnten stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden

Welche Meinung vertreten Sie? Werden sich die KI-Stifte weiterentwickeln und zu einer größeren Gefahr werden? (C. Metin)

 

 

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