

Manchmal entsteht berufliche Orientierungslosigkeit nicht dadurch, dass man keine Ideen hat – sondern dadurch, dass es zu viele gibt.
Vor einiger Zeit begleitete ich eine junge Frau im Coaching, die bereits vor einigen Jahren zur Berufsorientierung bei mir war. Damals ging es vor allem um Wertearbeit, Zukunftsvisionen und einschränkende Glaubenssätze. Nach ihrem Studium entschied sie sich trotz innerer Zweifel zunächst für eine Traineestelle in der Industrie. Parallel dazu absolvierte sie eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin, später zusätzlich eine Weiterbildung zur Yoga-Instructorin – mit dem Wunsch, sich irgendwann im Gesundheitsbereich selbstständig zu machen.
Als sie sich erneut meldete, hatte sie ihren Job bereits gekündigt. Doch statt Klarheit herrschte vor allem eines: Chaos im Kopf. Zu viele berufliche Interessen. Zu viele Möglichkeiten. Zu viele offene To-dos. Und zusätzlich die eigenen Erwartungen – sowie die Erwartungen anderer.
Um bestmöglich auf diese Situation einzugehen, entwickelte ich einen Coaching-Ablauf, den ich „Innere Inventur“ genannt habe. Ziel war es, das innere Chaos sichtbar zu machen, Gedanken zu ordnen und herauszuarbeiten, welche Themen Energie geben – und welche eher Energie ziehen.
Die Methode verbindet Elemente aus Brain-Dump-Techniken, Visualisierung, Kartenarbeit und Coachingfragen.
Im ersten Schritt werden alle Gedanken ungefiltert sichtbar gemacht: Ideen, Wünsche, Projekte, Sorgen, Verpflichtungen, offene Aufgaben, Zweifel oder Zukunftspläne. Wichtig dabei ist, dass keine Gedanken bewertet werden. Keine Probleme werden gelöst. Es geht nur darum, erst einmal alles „aus dem Kopf heraus zu holen“.
Jeder Gedanke wird auf eine eigene Karte geschrieben. Dadurch entsteht Abstand zum inneren Gedankenkarussell. Was vorher diffus und belastend war, wird nach und nach sichtbar und greifbar.
Anschließend werden die Karten sortiert und geclustert:
Danach folgt die eigentliche Klärung:
Gerade dieser Schritt ist sehr kraftvoll. Viele Menschen merken dabei erstmals bewusst, dass sie an Vorstellungen festhalten, die eigentlich gar nicht mehr zu ihnen passen.
Viele Menschen versuchen, Klarheit ausschließlich im Kopf zu finden. Doch Gedanken, Sorgen und Ideen drehen sich dort oft im Kreis. Sobald Inhalte sichtbar gemacht werden, verändert sich die Perspektive: Aus einem diffusen Gefühl entsteht eine Struktur.
Dadurch wird es leichter,
Die „Innere Inventur“ nutze ich inzwischen regelmäßig in Coachings – besonders bei Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten oder das Gefühl haben, innerlich festzustecken.
Wer das selbst ausprobieren möchte, kann mit einer einfachen Übung starten:
Oft entsteht bereits dadurch mehr Klarheit.
Viele Gedanken lassen sich alleine sortieren. Gleichzeitig stoßen wir bei uns selbst oft an Grenzen: Wir denken in bekannten Mustern, übersehen Zusammenhänge oder drehen uns immer wieder um dieselben Fragen.
Ein professionelles Coaching kann helfen,
Denn manchmal braucht es nicht sofort die perfekte Antwort – sondern zunächst einen klaren Blick auf das, was überhaupt gerade da ist. Und genau dort beginnt oft Veränderung. (M. Rivera)